Die Herausforderung bei der Überwachung von Ladestationen
Die Zahl der öffentlichen Ladestationen in Frankreich liegt mittlerweile bei über 120.000, wobei bis 2030 400.000 angestrebt werden. Für die Betreiber (CPO – Charge Point Operators) ist eine zentrale Überwachung mittlerweile unverzichtbar geworden: Ohne sie bleibt eine Störung an einer Ladestation bis zur Beschwerde des Kunden unbemerkt, und die korrektive Wartung verschlingt 80 % der Betriebskosten.
In öffentlichen Ausschreibungsunterlagen (ADVENIR, AME) wird nun eine Verfügbarkeitsrate von über 98 % gefordert. Dieses Niveau lässt sich nur durch eine Echtzeitüberwachung in Verbindung mit Möglichkeiten zur Ferndiagnose und -steuerung erreichen.
Architektur einer Überwachungslösung für Ladestationen
[Bornes de recharge EVSE]
AC 7/22 kW (Type 2)
DC 50/150/350 kW (CCS/CHAdeMO)
|
| OCPP 1.6 / 2.0.1
| (WebSocket TLS)
v
[Backend OCPP / CSMS]
Gestion des sessions
Autorisation RFID / app mobile
Smart charging profiles
Echtzeit-Benachrichtigungen
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v
[Überwachungsplattform]
Tableau de bord multi-sites
KPIs zu Verfügbarkeit und Verbrauch
Gestion des incidents
Vorgeschriebene Berichterstattung
API vers ERP / facturation
Leistungskennzahlen (KPIs) für Ladeinfrastruktur
| KPI | Definition | Typisches Ziel |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | % der Zeit, in der die Ladestation betriebsbereit ist | > 98 % |
| MTTR | Durchschnittliche Zeit bis zur Störungsbehebung | < 4 h |
| Erfolgsquote der Ladevorgänge | Fehlerfrei abgeschlossene Ladevorgänge / Gesamtzahl | > 97 % |
| Abgegebene Energie | kWh pro Ladestation pro Monat | Monatliche Überwachung |
| Durchschnittliche Ladezeit | Durchschnittliche Dauer einer Ladesitzung | Monatliche Überwachung |
| Netzwerkverfügbarkeitsrate | % der Zeit mit OCPP-Verbindung | > 99,5 % |
Störungsmanagement und vorbeugende Instandhaltung
Die Überwachung der Ladestationen unterscheidet verschiedene Störungsstufen:
- Softwarefehler (40 % der Fälle): Behebung durch Fern-Reset ohne Vor-Ort-Einsatz.
- Verbindungsproblem (20 % der Fälle): Behebung über das 4G-Notfall-Gateway oder durch Neustart des integrierten Modems.
- Hardware-Störung (40 % der Fälle): erfordert einen Vor-Ort-Einsatz. Die Überwachungszentrale lokalisiert die defekte Station und ermittelt die Art des zu ersetzenden Bauteils, bevor ein Techniker entsandt wird.
Die vorbeugende Wartung stützt sich auf Zykluszähler (angeschlossene/getrennte Steckdosen), Innentemperaturen und OCPP-Fehlerprotokolle, wodurch Ausfälle antizipiert werden können, bevor sie den Betrieb beeinträchtigen.
Anwendungsfall: Unternehmensflotte
Für ein Unternehmen, das 50 Elektrofahrzeuge und 30 Ladestationen an mehreren Standorten verwaltet, bietet das Monitoring folgende Vorteile:
- Kostenzuordnung: Verbrauch nach Personalausweis, Fahrzeug und Standort.
- Tarifoptimierung: Verlagerung des Verbrauchs in Nebenzeiten (Spitzen-/Nebenzeiten) oder gemäß dem „Tempo“-Signal der EDF.
- Verwaltung der vertraglich vereinbarten Leistung: Automatische Begrenzung der Gesamtleistung, um Überschreitungen zu vermeiden.
- CO₂-Bericht: Vermeidbare Emissionen im Vergleich zu einem gleichwertigen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, für die CSR-Berichterstattung.