SCADA in der Cloud vs. vor Ort: Entscheidungsleitfaden für französische Industrieunternehmen 2026
Cloud oder On-Premise? Diese Frage stellen sich heute die meisten Automatisierungsleiter und IT-Leiter in der Industrie. Die SCADA-Überwachung entwickelt sich weiter: SaaS-Cloud-Lösungen gewinnen gegenüber herkömmlichen On-Premise-Installationen an Boden, doch die Entscheidung fällt nicht immer leicht.
Dieser Leitfaden vergleicht die beiden Architekturen objektiv anhand von sieben Schlüsselkriterien – Gesamtkosten, Sicherheit, Latenz, Skalierbarkeit, Compliance, Wartbarkeit und Ausfallsicherheit –, um Ihnen dabei zu helfen, die für Ihren industriellen Kontext richtige Entscheidung zu treffen.
Was wir vergleichen
SCADA vor Ort (klassisch): Physische Server, die in Ihren Räumlichkeiten oder Ihrem Serverraum installiert sind. Lokal installierte SCADA-Software (Wonderware InTouch/System Platform, Ignition, PCVue, WinCC). Datenhistorie auf einem lokalen SQL-Server. Zugriff über das lokale Netzwerk (LAN) oder per VPN für den Fernzugriff.
SCADA-Cloud / IIoT-SaaS: In der Cloud gehostete Plattform (AWS, Azure, GCP oder souveräne französische Cloud). Industrielle Gateways vor Ort, die die Felddaten erfassen und an die Cloud senden. Dashboard, auf das von jedem Browser aus zugegriffen werden kann. Verlauf in der Cloud. Beispiele: Eziwan, Axonize, Samsara, Siemens MindSphere, AWS IoT SiteWise.
Kriterium 1: Gesamtbetriebskosten (TCO über 3 Jahre)
SCADA vor Ort – Typische Gesamtbetriebskosten (TCO) für 10 Industriestandorte
| Posten | Kosten (3 Jahre) |
|---|---|
| SCADA-Softwarelizenzen (Wonderware System Platform, 10 Verbindungen) | 45.000 – 80.000 € |
| Physische Server (2 redundante Server) | 18.000 – 30.000 € |
| Netzwerkinfrastruktur (verwaltete Switches, Router) | 8.000 – 15.000 € |
| Installation und Konfiguration (Systemintegrator) | 20.000 – 40.000 € |
| Jährliche Wartung und Support (15–20 % der Lizenzkosten) | 20.000 – 45.000 € |
| Größere Updates (1 Version alle 3 Jahre) | 15.000 – 25.000 € |
| Interne IT-Ressourcen (Administration, Datensicherung) | 15.000 – 30.000 € |
| Gesamtkosten für 3 Jahre | 141.000 – 265.000 € |
SCADA-Cloud-SaaS – Typische Gesamtbetriebskosten (TCO) für 10 Industriestandorte
| Posten | Kosten (3 Jahre) |
|---|---|
| Cloud-Plattform-Abonnement (10 Standorte, 500 Datenpunkte) | 18.000 – 36.000 € |
| Industrielle Gateways (1 pro Standort × 10) | 8.000 – 15.000 € |
| Installation und Inbetriebnahme (einfacher) | 5.000 – 15.000 € |
| 4G/SIM-M2M-Konnektivität (falls kein Glasanschluss) | 3.600 – 7.200 € |
| Schulung des Teams | 2.000 – 5.000 € |
| Gesamtkosten über 3 Jahre | 36.600 – 78.200 € |
Fazit zu den Gesamtbetriebskosten (TCO): Die SaaS-Cloud ist bei Bereitstellungen an mehreren Standorten über einen Zeitraum von drei Jahren 2- bis 4-mal günstiger. Der Vorteil nimmt mit der Anzahl der Standorte zu. Bei einem einzelnen Standort mit einem bereits abgeschriebenen SCADA-System kann eine On-Premise-Lösung weiterhin sinnvoll sein.
Kriterium 2: Sicherheit
Das ist oft das Hauptargument der Befürworter von On-Premise-Lösungen. Schauen wir uns einmal an, was davon tatsächlich zutrifft.
Was für die On-Premise-Lösung gilt:
- Daten befinden sich physisch in Ihren Räumlichkeiten — kein Datentransit nach außen
- Keine Abhängigkeit von Dritten beim Zugriff auf die Daten
- Möglichkeit der Isolierung vom Internet (Air Gap)
Was über On-Premise-Lösungen oft falsch ist:
- „On-Premise = sicherer“ — in den meisten Fällen falsch. KMU verfügen in der Regel nicht über ein eigenes Cybersicherheitsteam. Ihre On-Premise-Server laufen oft unter ungepatchtem Windows Server 2012/2016, ohne Zugriffsüberwachung und ohne Intrusion Detection. Ein nach ISO 27001 zertifizierter Cloud-Anbieter mit einem eigenen Sicherheitsteam ist in der Regel sicherer als ein unbeaufsichtigter Server im Serverraum.
- „Meine Daten verlassen das Werk nicht“ – trifft nur zu, wenn Sie den SCADA-Server tatsächlich isoliert haben. Wenn Sie über das Internet auf das SCADA-System zugreifen (RDP, VPN), werden die Daten dennoch übertragen.
Was für die Cloud gilt:
- ISO 27001-zertifiziertes Hosting mit einem Sicherheitsteam, das rund um die Uhr im Einsatz ist
- Verschlüsselung während der Übertragung und im Ruhezustand (TLS 1.3, AES-256)
- Automatische Sicherheitsupdates – seit 3 Jahren keine ungepatchten CVEs
- Native MFA-Authentifizierung bei allen Zugriffen
- Vollständige und zentralisierte Audit-Protokolle
Was als Cloud-Risiko gilt:
- Internetverfügbarkeit — wenn die Internetverbindung ausfällt, verlieren Sie den Zugriff auf das Remote-SCADA-System (die lokale Steuerung über die SPS bleibt jedoch erhalten)
- Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorschriften — wenn Sie sensible Daten (OIV, personenbezogene Daten) verarbeiten, ist die Wahl des Cloud-Anbieters entscheidend (Frankreich vs. USA)
Sicherheitsurteil: Bei gleichem Reifegrad ist eine nach ISO 27001 zertifizierte, in Frankreich gehostete Cloud in der Regel sicherer als eine nicht verwaltete On-Premise-Lösung. Für OIV (Betreiber von kritischer Bedeutung) oder besonders sensible Branchen wird die souveräne französische Cloud (ANSSI-zertifizierte SecNumCloud) empfohlen.
Kriterium 3: Latenz und Echtzeit
Die Wahrheit über die Latenz in der Cloud
Die Round-Trip-Latenz zwischen einem Feld-Gateway und einem in Paris gehosteten Cloud-Server beträgt je nach Qualität der 4G- oder Glasfaserverbindung 50 bis 200 ms.
Ist das für Ihre Anwendung akzeptabel?
| Anwendung | Erforderliche Latenz | Cloud OK? |
|---|---|---|
| SPS-Regelkreis (PID) | 1 – 10 ms | ❌ Nein – verbleibt auf der lokalen SPS |
| Motion-Control-Regelung | 1 – 5 ms | ❌ Nein – verbleibt auf dem Antrieb/Servo |
| Sicherheitsalarme (SIL, PLe) | 10 – 100 ms | ❌ Nein – verbleibt auf der Sicherheits-SPS |
| Maschinenzustandsüberwachung | 100 ms – 1 s | ✅ Ja |
| Warnmeldungen und Benachrichtigungen | 1 – 30 s | ✅ Ja |
| Produktions-Dashboards | 1 – 60 s | ✅ Ja |
| Berichte und Verlauf | Ohne Einschränkungen | ✅ Ja |
| Fernwartung (VNC/SSH) | 50 – 500 ms | ✅ Ja (akzeptabel) |
Goldene Regel: Die Echtzeitsteuerung erfolgt IMMER über die lokale Steuerung. Die Cloud übernimmt die Überwachung, die Alarmierung, die Protokollierung und die Fernwartung. Diese Aufgabenteilung ist der Schlüssel zu einer korrekten IIoT-Architektur.
Fazit zur Latenz: Die Cloud-Latenz ist für 95 % der Fälle in der industriellen Überwachung vollkommen akzeptabel. Lediglich der Echtzeit-Regelkreis muss lokal verbleiben.
Kriterium 4: Skalierbarkeit
On-Premise: Schwierige und kostspielige Skalierbarkeit
Die Erweiterung von 10 auf 50 lokal überwachte Standorte erfordert:
- Zusätzliche Server (oder eine Aufrüstung von Arbeitsspeicher/Speicherplatz)
- Zusätzliche Lizenzen (oft proportional zur Anzahl der Tags oder Verbindungen)
- Einsatz eines Systemintegrators für die Konfiguration
- Migration der historischen Daten
- Test und Validierung vor der Inbetriebnahme
Übliche Bearbeitungszeit: 4 bis 12 Wochen. Hohe Grenzkosten.
Cloud: nahezu sofortige Skalierbarkeit
Einen neuen Standort in der SaaS-Cloud hinzufügen:
- Ein Gateway bestellen (Lieferzeit 5–7 Tage)
- Es installieren und an das OT-Netzwerk des Standorts anschließen (30–60 Minuten)
- Konfigurieren Sie die Datenpunkte über das Web-Dashboard
- Der Standort ist sofort im zentralen Dashboard sichtbar
Typische Lieferzeit: 1 bis 2 Wochen (die Lieferzeit hängt hauptsächlich von der Beschaffung der Materialien ab). Geringe Grenzkosten.
Fazit zur Skalierbarkeit: Die Cloud hat hier klar die Nase vorn. Dies ist besonders entscheidend für Bereitstellungen an mehreren Standorten oder für Systemintegratoren, die einen Bestand von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Kundenstandorten verwalten.
Kriterium 5: Compliance und Regulierung
NIS2 (EU-Richtlinie zur Cybersicherheit)
Für wesentliche und wichtige Einrichtungen, die der NIS-2-Richtlinie unterliegen (Wasser, Energie, kritische Industrie), gelten unabhängig von der Architektur dieselben Cybersicherheitsanforderungen. Der Unterschied liegt in der Fähigkeit, die Konformität nachzuweisen:
- On-Premise: Sie sind für die gesamte Kette verantwortlich (Betriebssystem, Anwendung, Netzwerk, Zugriff). Im Rahmen des NIS2-Audits werden Ihre Protokolle, Ihre Aktualisierungsverfahren und Ihre Netzwerksegmentierung überprüft.
- Zertifizierte Cloud: Der nach ISO 27001 zertifizierte Cloud-Anbieter deckt einen Teil der Anforderungen ab (Infrastruktur, Hosting). Sie bleiben für die Anwendungskonfiguration und die Benutzerzugriffe verantwortlich.
DSGVO und personenbezogene Daten
Wenn Ihr SCADA-System personenbezogene Daten verarbeitet (Anwesenheitszeiten von Bedienern, biometrische Zugänge), ist der Speicherort der Daten von Bedeutung:
- EU-Cloud (AWS Paris, OVHCloud): DSGVO-konform, sofern der Vertrag die entsprechenden DPA-Klauseln enthält
- US-Cloud (ohne SCC): nicht konform für personenbezogene Daten von EU-Bürgern
- On-Premise in Frankreich: von Natur aus konform, sofern die Zugriffsrechte kontrolliert werden
Regulierungsbehaftete Branchen (Pharma, Lebensmittelindustrie)
FDA 21 CFR Part 11 (elektronische Rückverfolgbarkeit im Pharmabereich) und EU-GMP-Anhang 11 sind mit der Cloud kompatibel, sofern ein Dienstleister ausgewählt wird, der die von den Auditoren geforderten Validierungsnachweise (IQ/OQ/PQ) vorlegen kann.
Konformitätsurteil: Die in Frankreich von einem nach ISO 27001 zertifizierten Anbieter gehostete Cloud ist mit NIS2, der DSGVO und den wichtigsten Branchenvorschriften kompatibel. Überprüfen Sie die Zertifikate des Anbieters.
Kriterium 6: Wartbarkeit
On-Premise: Der versteckte IT-Aufwand
Unternehmen unterschätzen häufig den Wartungsaufwand eines lokal betriebenen SCADA-Systems:
- Betriebssystem-Updates (monatliche Windows Server-Patches)
- Antiviren-Updates (täglich)
- Verwaltung von Backups und Wiederherstellungstests
- Aktualisierungen der SQL-Datenbank (PostgreSQL, MS SQL)
- Erneuerung von SSL-Zertifikaten
- Lizenzverwaltung (Verlängerung, Microsoft-Audit)
- Support für interne Benutzer
In der Praxis erfordert ein lokal installiertes SCADA-System über den gesamten Zeitraum hinweg 0,3 bis 0,5 IT-Vollzeitäquivalente (gemeinsam mit anderen Systemen genutzt).
Cloud: Ausgelagerte Wartung
Auf einer SaaS-Cloud-Plattform übernimmt der Anbieter folgende Aufgaben:
- Die gesamte Infrastruktur (Server, Netzwerk, Speicher)
- Sicherheitsupdates (ohne Betriebsunterbrechung)
- Datensicherungen (vertraglich garantierte RTO/RPO)
- Die Skalierbarkeit der Infrastruktur je nach Auslastung
Ihr Team kümmert sich ausschließlich um die Wartung der Gateways vor Ort (automatisierbare OTA-Firmware-Updates) und die Anwendungskonfiguration.
Fazit zur Wartbarkeit: Die Cloud reduziert den Betriebsaufwand um 70–80 %. Dies ist entscheidend für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigenes IT-Team.
Kriterium 7: Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit
On-Premise: Ein zweischneidiges Schwert
Vorteile:
- Funktioniert auch bei unterbrochener Internetverbindung (kontinuierliche lokale Überwachung)
- Keine Abhängigkeit von Dritten für den lokalen Zugriff
Schwächen:
- Serverausfall = vollständiger Ausfall der Überwachung
- Erfordert Hardware-Redundanz für hohe Verfügbarkeit (doppelte Kosten)
- Komplexe Notfallwiederherstellung (Wiederherstellung des Servers)
- Tatsächliche SLA oft mangelhaft (99 % = 3,65 Ausfalltage pro Jahr)
Cloud: Hohe Verfügbarkeit von Grund auf
Seriöse industrielle Cloud-Plattformen garantieren eine Verfügbarkeit von 99,9 % (vertraglich festgelegte SLA = < 8,76 Stunden Ausfallzeit pro Jahr) oder sogar 99,95 %.
Multi-AZ-Architektur (Multi-Rechenzentrum): Der Ausfall eines Rechenzentrums hat keine Auswirkungen auf den Dienst. Die Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery, DR) erfolgt automatisch.
Größtes Cloud-Risiko: Wenn die Internet-/4G-Verbindung am Standort unterbrochen wird, verliert das Gateway die Verbindung zur Cloud. Die Daten werden lokal zwischengespeichert (Store-and-Forward) und bei Wiederherstellung der Verbindung weitergeleitet. Die Fernüberwachung ist während der Unterbrechung nicht verfügbar.
Antwort: Bei kritischen Standorten sollte eine Ausweichverbindung eingerichtet werden (4G-SIM-Karte mit zwei Netzbetreibern als Failover über Glasfaser oder als letzte Möglichkeit ein VSAT-Satellitenanschluss).
Fazit zur Ausfallsicherheit: Die Cloud bietet eine höhere Verfügbarkeit der Plattform. Die On-Premise-Lösung ist ausfallsicherer, da sie eine lokale Überwachung ohne Netzwerkabhängigkeit ermöglicht. Eine Hybridlösung (lokale Steuerung + Überwachung über die Cloud) vereint die Vorteile beider Ansätze.
Hybridarchitektur: Das Beste aus beiden Welten
Die meisten neuen industriellen Implementierungen basieren auf einer Hybridarchitektur:
Vorteile der Hybridlösung:
- Die Steuerung und kritische Alarme bleiben lokal (keine Latenz)
- Überwachung, Protokollierung und Fernzugriff erfolgen über die Cloud
- Bei einem Internetausfall läuft der Prozess weiter (SPS) und die Daten werden zwischengespeichert (Gateway)
- Edge-Intelligenz (lokale Automatisierungsregeln) verringert die Abhängigkeit von der Cloud
Genau diese Architektur setzt Eziwan ein: ein industrielles Gateway an jedem Standort (Edge) und eine Cloud-Plattform für die zentrale Überwachung.
Übersichtstabelle
| Kriterium | On-Premise | Cloud-SaaS | Hybrid |
|---|---|---|---|
| Gesamtbetriebskosten über 3 Jahre (10 Standorte) | 141–265 k€ | 37–78 k€ | 50–100 k€ |
| Sicherheit | Hängt von Ihrer IT ab | ISO 27001 | ISO 27001 + OT-Isolierung |
| Latenz bei der Steuerung | Ausgezeichnet | Nicht zutreffend | Ausgezeichnet (lokal) |
| Latenz bei der Überwachung | Ausgezeichnet | 50–200 ms | 50–200 ms |
| Skalierbarkeit | Schwierig | Einfach | Einfach |
| Wartbarkeit | IT-Aufwand 0,3–0,5 Vollzeitäquivalente | Minimal | Minimal |
| Plattformverfügbarkeit | ~99 % (bei Redundanz) | 99,9 %+ (SLA) | 99,9 %+ |
| Ausfallsicherheit bei Internetausfall | Vollständig | Eingeschränkt | Gut (Store-and-Forward) |
| NIS2-/DSGVO-Konformität | Möglich | Möglich | Möglich |
| Bereitstellungsdauer | 4–12 Wochen | 1–2 Wochen | 1–2 Wochen |
Wann sollte man was wählen?
Entscheiden Sie sich für die SaaS-Cloud, wenn:
- Sie mehrere Standorte (3+) verwalten und eine zentralisierte Überwachung wünschen
- Sie kein eigenes IT-Team für die Wartung von Servern haben
- Sie eine neue Lösung (Greenfield) ohne SCADA-Altsystem implementieren
- Ihr Budget begrenzt ist und Sie die Investitionskosten (Capex) minimieren möchten
- Sie einen hochwertigen Fernzugriff für Ihre Techniker oder Subunternehmer benötigen
Entscheiden Sie sich für die On-Premise-Lösung, wenn:
- Sie über ein bestehendes, modernes und bereits abgeschriebenes SCADA-System verfügen (Wonderware, Ignition)
- Sie ein OIV sind und absolute Anforderungen an die Netzwerkisolierung haben
- Sie über ein internes IT-Team verfügen, das die Infrastruktur warten kann
- Ihr Standort ein Einzelstandort ist und keine standortübergreifende Überwachung erforderlich ist
- Ihre Latenzanforderungen extrem hoch sind (kritische Echtzeit < 10 ms)
Entscheiden Sie sich für die Hybridlösung, wenn:
- Sie über ein bestehendes SCADA-System verfügen, das Sie um Fernzugriff erweitern möchten
- Sie den bestmöglichen ROI erzielen möchten, ohne Ihre lokale SCADA-Architektur komplett neu zu gestalten
- Ihr Prozess eine lokale Steuerung erfordert, Sie die Überwachung jedoch in der Cloud durchführen möchten
- Dies ist der häufigste Anwendungsfall bei neuen IIoT-Projekten
Fazit
Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Die Entscheidung hängt von der Anzahl Ihrer Standorte, dem Reifegrad Ihrer IT-Infrastruktur, Ihren regulatorischen Auflagen und Ihren Skalierbarkeitszielen ab.
Eines ist sicher: Bei Bereitstellungen an mehreren Standorten spricht die TCO-Bilanz eindeutig für die SaaS-Cloud. Und das Sicherheitsargument gilt nur, wenn Ihre On-Premise-Lösung ordnungsgemäß gewartet wird – was in kleinen und mittleren Unternehmen ohne eigenes Cybersicherheitsteam selten der Fall ist.
Die Edge-+-Cloud-Hybridarchitektur, wie sie beispielsweise durch Lösungen wie Eziwan verkörpert wird, ermöglicht es heute, lokale Steuerung (Null-Latenz, Offline-Betrieb) mit der Leistungsfähigkeit der Cloud (zentralisierte Überwachung, Fernzugriff, unbegrenzte Protokollierung) zu kombinieren – ohne sich entscheiden zu müssen.
FAQ
Kann ein Cloud-SCADA-System auch bei einer Internetunterbrechung funktionieren? Bei einer hybriden Architektur (Edge-Gateway + Cloud) läuft der industrielle Prozess weiter (die SPS arbeitet autonom), und die Daten werden vom Gateway lokal zwischengespeichert (Store-and-Forward). Die Echtzeitüberwachung wird während der Unterbrechung unterbrochen, aber die Daten gehen nicht verloren – sie werden nach der Wiederherstellung der Verbindung übertragen. Für kritische Alarme sollten Sie lokale Warnmeldungen (Relais, SMS über das Edge-Gateway) konfigurieren, die ohne Internet funktionieren.
Welche On-Premise-SCADA-Systeme sind mit einem Cloud-IoT-Gateway kompatibel? Wonderware AVEVA, Ignition (Inductive Automation), CODESYS, FactoryTalk (Rockwell), WinCC (Siemens), Citect – alle lassen sich über OPC-UA, Modbus TCP oder REST-API in IoT-Cloud-Gateways integrieren. Bei der hybriden Architektur übernimmt das On-Premise-SCADA-System die lokale Steuerung, während ein IoT-Cloud-Gateway für die Fernüberwachung und den Fernzugriff durch Techniker hinzugefügt wird.
Ist die SaaS-Cloud für Betriebsgeheimnisse (Rezepturen, firmeneigene Verfahren) geeignet? Kritische Prozessdaten (Rezepturen, firmeneigene Parameter) können von der Datenübertragung in die Cloud ausgeschlossen werden – Sie übermitteln nur das, was Sie für die Überwachung benötigen (Temperaturen, Drücke, Maschinenzustände). Für die sensibelsten Daten bietet das Cloud-Hosting in Frankreich (OVHCloud, Scaleway), das dem französischen Recht unterliegt, ein zusätzliches Schutzniveau im Vergleich zu US-amerikanischen Anbietern, die dem CLOUD Act unterliegen.
Wie lange dauert die Migration von einem lokalen SCADA-System in die Cloud? Bei einem Standort mit bestehendem SCADA-System dauert die Bereitstellung einer Cloud-Ebene (Fernzugriff, standortübergreifende Überwachung) 1 bis 4 Wochen, ohne dass das lokale SCADA-System beeinträchtigt wird. Das bestehende SCADA-System bleibt bestehen; das IoT-Cloud-Gateway wird parallel dazu hinzugefügt. Eine vollständige Migration zu einem Cloud-SCADA-System (ohne lokales SCADA-System) dauert je nach Komplexität der Anlage 2 bis 6 Monate.
Weiterführende Informationen
- Blog: Industrielle Fernüberwachung – umfassender Leitfaden 2026
- Blog: Edge-Computing vs. industrielle Cloud – wann ist was sinnvoll?
- Blog: Sicherer Fernzugriff auf SPS und SCADA – VPN und NIS2
- Blog: ROI des industriellen IoT – Berechnung und Optimierung
- Dokumente: Architektur der Eziwan-Plattform
Sie sind sich bei Ihrem Überwachungsprojekt nicht sicher, ob Sie sich für die Cloud oder eine On-Premise-Lösung entscheiden sollen? Kontaktieren Sie unser Team für eine individuelle Beratung, die auf Ihre industriellen Gegebenheiten zugeschnitten ist.
Weitere Ressourcen
- SCADA-Cloud – Cloud-basierte SCADA-Plattform für die zentralisierte industrielle Überwachung
- Industrielle Überwachung und Fernwartung – Fernüberwachungslösungen für die Industrie
- Industrielles Edge-Computing – lokale Datenverarbeitung zur Verringerung der Abhängigkeit von der Cloud
- Leitfaden: 4G-SCADA-Architektur – Entwurf einer SCADA-Architektur mit 4G-Konnektivität