Warum 4G für das IoT?
Den Anschluss eines Industriestandorts an das Glasfasernetz ist kostspielig und dauert Monate; an einem abgelegenen Standort ist dies oft gar nicht möglich. 4G/LTE umgeht dieses Problem: Eine SIM-Karte, ein Router – und schon ist der Standort innerhalb weniger Minuten verbunden, überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht.
Für das IoT erfüllt 4G alle Anforderungen:
- Ausgereifte landesweite Abdeckung, die heute deutlich über der von 5G liegt;
- Ausreichende Übertragungsrate für Überwachung, Fernablesung und Fernzugriff;
- Kontrollierte Kosten – das IoT-Datenvolumen ist gering und wird vom Gateway vorgefiltert;
- Schnelle Bereitstellung, ohne Bauarbeiten.
Übertragungsraten, Latenz und Anwendungsbereiche
| IoT-Anwendung | Bedarf | 4G/LTE |
|---|---|---|
| Fernauslesung von Zählern | Sehr gering | Weitgehend ausreichend |
| Modbus-Datenübertragung / Sensoren | Gering | Ideal |
| Fernzugriff auf SPS (MMS) | Mittel | Komfortabel |
| Videoüberwachung / Echtzeit-Datenströme | Hoch | Möglich (je nach Netzabdeckung) |
| Kritische Echtzeit-Prozesssteuerung | Sehr geringe Latenz | 5G bevorzugen |
Für Standort-spezifische Vergleiche siehe den Vergleich 4G vs. Glasfaser für den industriellen Einsatz.
4G, LTE-M, NB-IoT: drei sich ergänzende Profile
- 4G/LTE: für alle Anwendungen, die eine hohe Datenübertragungsrate oder Interaktivität erfordern (Überwachung, Benutzeroberfläche, Video).
- LTE-M: für mobile Geräte, geringer Stromverbrauch, akzeptable Latenz.
- NB-IoT: für stationäre Sensoren, sehr geringer Stromverbrauch, in tiefen Innenräumen (Keller, unterirdische Zähler), mit minimaler Datenübertragungsrate.
Man kombiniert sie: In einem einzigen Netzwerk können 4G-Gateways und NB-IoT-Sensoren gemischt werden. Der Leitfaden IoT-Konnektivität hilft bei der Auswahl der einzelnen Technologien.
4G oder 5G für das IoT?
5G ist kein automatischer „Ersatz“ für 4G im IoT-Bereich. Es bietet echte Vorteile in drei Bereichen: sehr hohe Übertragungsraten, sehr geringe Latenz und eine enorme Gerätedichte. Abgesehen von diesen Anwendungsfällen (Video, Echtzeitsteuerung, dichte Smart Factory) bleibt 4G die Standardwahl: bessere Abdeckung, kostengünstiger, ausgereifter. Für Standorte, die dies benötigen, bietet Eziwan auch einen industriellen 5G-Router an.
Erfolgreiche Einführung von 4G-IoT
- Multi-Operator-SIM-Karte, um nie von einem einzigen Netz abhängig zu sein – siehe IoT-SIM-Karte.
- Failover zwischen Netzbetreibern (und ggf. Glasfaser ↔ 4G).
- Geeignete Antenne an Standorten mit schwachem Signal (teilweise Funklöcher).
- Edge-Filterung zur Senkung der Datenkosten.
- Geplante Migration der alten Modems – Anleitung GPRS → 4G.
Kombinieren Sie an einem wirklich schwierigen Standort mehrere Ansätze: siehe Leitfaden Netzabdeckung in Funklücken.