Technischer Leitfaden

Umstellung von GPRS auf 4G LTE: Umstellung ohne Änderung Ihres SCADA-Systems

Stellen Sie Ihre GPRS-Modems auf 4G LTE um, ohne Änderungen an SCADA oder RS-485 vornehmen zu müssen: Audit, Abwärtskompatibilität, ZTP.

Die Umstellung von GPRS auf 4G LTE wird für viele Industriestandorte immer dringlicher: Fernablesung, RTUs, Umspannwerke, Fernsteuerungsgeräte, Zähler, Modbus-Gateways sowie RS-232- oder RS-485-Geräte sind nach wie vor auf 2G-Modems angewiesen, die teilweise schon seit zwanzig Jahren im Einsatz sind. Das Ziel besteht nicht darin, das gesamte SCADA-System zu ersetzen, sondern die mobile Konnektivität zu modernisieren, ohne die Steuerungen, die Feldprotokolle oder die bestehenden Überwachungsanwendungen zu verändern.

Das Problem

Das auf 2G basierende GPRS-Netz diente lange Zeit als unauffällige Verbindungslösung für abgelegene Industrieanlagen. Es ermöglichte die Anbindung von Energiezählern, Ablesestationen, Pumpstationen, Fernsteuerungsschränken, RTUs, Modbus/RTU-Gateways und dezentralen SCADA-Systemen. Diese Infrastruktur nähert sich jedoch dem Ende ihres Lebenszyklus.

Die französischen Netzbetreiber haben die schrittweise Abschaltung ihrer 2G- und 3G-Netze angekündigt; die entsprechenden Zeitpläne sollten regelmäßig bei den offiziellen Quellen überprüft werden. Derzeit gibt Orange an, dass die 2G-Netze bis 2026 und die 3G-Netze bis 2029 im französischen Mutterland abgeschaltet werden sollen. SFR kündigt die Abschaltung von 2G im Jahr 2026 und von 3G im Jahr 2028 an. Auch Bouygues Telecom informiert über die schrittweise Abschaltung der 2G- und 3G-Netze. Die genauen Termine können je nach Betreiber, Region und Angebot variieren; daher sollte der Zeitplan bei der ARCEP und den Betreibern bestätigt werden, bevor ein Migrationsplan festgelegt wird.

Die Auswirkungen vor Ort sind vielfältig.

  • GPRS-Modems sind häufig in ältere Geräte integriert, die aus fachlicher Sicht noch einwandfrei funktionieren.

  • Einige RTUs aus den 2000er Jahren verfügen lediglich über eine serielle RS-232- oder RS-485-Schnittstelle.

  • SCADA-Anwendungen wurden mitunter auf der Grundlage historischer Adressen, Ports, Zeitverzögerungen und AT-Befehle konfiguriert.

  • Der Austausch des SCADA-Systems oder der SPS ist wesentlich teurer als der Austausch des Konnektivitätsmoduls.

  • Auch 3G-Geräte müssen in die Überlegungen einbezogen werden, um zu vermeiden, dass einige Jahre später eine zweite Migrationsphase erforderlich wird.

  • Eine ungeplante Migration birgt das Risiko eines Notfalls: Ausfall der Fernablesung, Verlust der Überwachung, Einsätze vor Ort und Druck auf die Wartungsteams.

Es geht also nicht nur darum, „von 2G auf 4G umzusteigen“. Die Umstellung muss so erfolgen, dass die bestehenden Nutzungsgewohnheiten nicht beeinträchtigt werden.

Warum eine direkte Ersetzung selten einfach ist

Ein industrielles GPRS-Modem ist nicht immer nur ein einfaches Netzwerkgerät. Es kann tief in die bestehende Architektur integriert sein: Stromversorgung, DIN-Schiene, Antenne, serielle Schnittstelle, AT-Befehle, APN-Einstellungen, SCADA-Zeitverzögerungen, Modbus-Protokoll, Alarmüberwachung und Wartungsabläufe.

Vorhandenes ElementRisiko bei der MigrationBewährte Vorgehensweise
RS-232- oder RS-485-SchnittstellePhysikalische oder serielle InkompatibilitätPinbelegung, Baudrate, Parität und Stoppbits überprüfen
Modbus RTUUnterbrechung des SCADA-PollingsFrames vor der Umstellung testen
AT-BefehleNicht kompatibles VerbindungsskriptDie erforderlichen Befehle emulieren oder anpassen
Mobilfunk-APNVerlust der KonnektivitätSIM-Profile vorkonfigurieren
IP-Adresse oder PortSCADA kann den Standort nicht erreichenBestehende Datenströme aufrechterhalten oder umleiten
12–24 V DC-StromversorgungUnvorhergesehene ElektroarbeitenKompatibles Gateway auswählen
AntenneUnzureichendes 4G-SignalNetzabdeckung prüfen und bei Bedarf ersetzen

Die Migration muss daher mit einer genauen technischen Bestandsaufnahme beginnen und nicht mit dem Kauf von Hardware.

Unser Ansatz

Das Eziwan-Gateway wurde entwickelt, um industrielle GPRS-Modems zu ersetzen und dabei die bestehende Architektur so weit wie möglich beizubehalten. Auf der Feldseite lässt es sich in serielle Schnittstellen, Modbus-Kommunikation und industrielle Stromversorgungsanforderungen integrieren. Auf der Netzwerkseite nutzt es eine 4G-LTE-Konnektivität mit Überwachung, bei Bedarf Dual-SIM, zentraler Konfiguration und sicheren Tunneln.

Der Ansatz sieht eine Migration in drei Schichten vor.

  • Feldebene: Die vorhandenen RS-485-, RS-232-, Modbus-RTU-, RTU- und SPS-Geräte sind beizubehalten, sofern ihre funktionale Rolle weiterhin gültig ist.

  • Konnektivitätsschicht: Die GPRS-Verbindung durch eine überwachte LTE-Verbindung ersetzen, mit geeigneter Antenne, Multi-Operator-SIM-Karte oder bei Bedarf Dual-SIM.

  • Betriebsebene: Bereitstellung von automatischer Konfiguration, Protokollen, Warnmeldungen, Verfügbarkeitsüberwachung und zentraler Verwaltung des Gerätebestands.

Dieser Ansatz ermöglicht es, die Konnektivität zu modernisieren, ohne dass eine vollständige Neugestaltung des SCADA-Systems erforderlich ist.

Zielarchitektur für die Migration von GPRS zu LTE

Eine erfolgreiche Migrationsarchitektur trennt die alte serielle Welt klar vom neuen, sicheren IP-Transport. Das Gateway fungiert als industrielle Brücke und sorgt gleichzeitig für Überwachung und Sicherheit.

Das SCADA-System empfängt weiterhin die Fachdaten, doch die Konnektivität wird nun überwacht, ist wartbar und mit dem Auslaufen der 2G- und 3G-Netze kompatibel.

Abwärtskompatibilität mit RS-485 und RS-232

Die serielle Abwärtskompatibilität ist oft der kritische Punkt. Viele Industriegeräte wurden nie für native IP-Konnektivität konzipiert. Sie kommunizieren über Modbus RTU, verwenden feste serielle Parameter oder sind auf ein älteres Modem angewiesen.

Zu überprüfende Parameter sind insbesondere:

  • Schnittstellentyp: RS-232, RS-485 (2-Draht) oder RS-485 (4-Draht).

  • Serielle Übertragungsrate: zum Beispiel 1200, 2400, 9600, 19200, 38400 oder 115200 Baud.

  • Parität: keine, gerade oder ungerade.

  • Anzahl der Datenbits.

  • Anzahl der Stoppbits.

  • Modbus-Adresse der Geräte.

  • Wartezeiten zwischen den Anfragen.

  • Halbduplex-Unterstützung bei RS-485.

  • Abschlusswiderstände und Polarisation des Busses.

Die Migration muss das korrekte Verhalten des bestehenden Modems nachbilden. Schon eine minimale Abweichung bei der Zeitverzögerung kann ausreichen, um ältere Geräte zu stören.

Kompatibilität mit Modbus und bestehenden SCADA-Systemen

Auf vielen Standorten fragt das SCADA-System entfernte Geräte nach einem bereits validierten Modell ab: gleiche Liste von Registern, gleiche Abfragefrequenz, gleiche Alarme, gleiche Verlaufsdaten. Bei der Migration sollte vermieden werden, dieses Modell unnötig zu ändern.

Zu beachtender PunktWarum das wichtig ist
Modbus-RegisterVermeidet eine Neukonfiguration der SCADA-Bildschirme
GeräteadresseErhält Skripte und Verlaufsdaten
AbfragefrequenzBegrenzt Nebenwirkungen im Feld
Vorhandene AlarmeVermeidet eine aufwendige Funktionsüberprüfung
Routing oder AnwendungsportReduziert Änderungen auf der Überwachungsseite
Standort-IDsGewährleistet die Kontinuität der historischen Daten

Das Ziel besteht nicht darin, die „Migration zum Anlass zu nehmen“, um alles zu ändern. Zunächst muss ein zuverlässiger Verkehr wiederhergestellt werden, erst in einem zweiten Schritt sollten Optimierungen in Betracht gezogen werden.

AT-Befehle: Vorsicht vor versteckten Abhängigkeiten

Bestimmte Geräte steuern das Modem direkt über AT-Befehle. Sie können die Verbindung herstellen, das Signal überprüfen, eine Datensitzung einleiten, den Netzwerkstatus abfragen oder das Modem neu starten. Diese Abhängigkeiten sind manchmal nur unzureichend dokumentiert.

Beispiele für Befehle oder Verhaltensweisen, die überprüft werden sollen:

AT
ATI
AT+CSQ
AT+CREG?
AT+CGATT?
AT+CGDCONT
ATD
ATH
AT+CFUN

Nicht alle historischen AT-Befehle haben zwangsläufig eine direkte Entsprechung in LTE. Der richtige Ansatz besteht darin, die Befehle zu identifizieren, die vom Gerät tatsächlich verwendet werden, und anschließend zu prüfen, ob das Gateway diese emulieren, anpassen oder den Bedarf durch eine transparente Konfiguration umgehen kann.

SIM-Karten für mehrere Netzbetreiber und Dual-SIM

Die Umstellung auf LTE darf nicht zu einer neuen, anfälligen Abhängigkeit von einem einzigen Netzbetreiber führen. Ein Standort, der bisher mit GPRS betrieben wurde, kann sich in einem Gebiet befinden, in dem die 4G-Abdeckung je nach Netzbetreiber, Antennenposition, Geländebeschaffenheit oder Gebäude variiert.

Es gibt zwei mögliche Ansätze.

OptionVorteilEinschränkung
SIM-Karte eines einzigen NetzbetreibersEinfache VerwaltungAbhängigkeit von einem Netzwerk
SIM-Karte mehrerer NetzbetreiberBessere Abdeckung je nach RegionVariable Netzrichtlinien je nach Vereinbarungen
Dual-SIMDeutlichere RedundanzErfordert eine Failover-Strategie
Multi-Operator-Dual-SIMErhöhte AusfallsicherheitKosten und Überwachung müssen im Griff gehalten werden
Notfall-SatellitenverbindungStandorte ohne MobilfunkabdeckungEinschränkungen bei Installation und Kosten

Bei kritischen Standorten wird empfohlen, mehrere Netzbetreiber vor Ort mit der Endantenne zu testen und nicht nur mit einem Mobiltelefon.

Bestandsüberprüfung vor der Migration

Eine Bestandsaufnahme ermöglicht es, Standorte nach Priorität zu ordnen, Überraschungen zu vermeiden und Migrationsphasen zu planen. Sie muss die Geräte, Betreiber, Schnittstellen, Protokolle und die Zugangsbedingungen vor Ort abdecken.

Die folgenden Informationen sind nützlich:

  • Standort, Lage und Kritikalität.

  • Aktueller Mobilfunkanbieter.

  • Modemtyp: GPRS, EDGE, 3G, HSDPA oder andere.

  • Seriennummer und Modell des Modems.

  • Feldschnittstelle: RS-232, RS-485, Ethernet.

  • Protokoll: Modbus RTU, Modbus TCP, AT-Befehle, proprietäres Protokoll.

  • Stromanschluss vorhanden.

  • Antennentyp und Standort.

  • Qualität der Mobilfunkabdeckung.

  • SCADA-Abhängigkeiten.

  • Mögliches Zeitfenster für den Einsatz.

  • Kontakt vor Ort und Validierungsverfahren.

Diese Bestandsaufnahme kann in ein Planungstool importiert werden, um die Standorte nach Dringlichkeit, Komplexität und Risiko einzustufen.

Beispiel für eine Migrationsmatrix

StandorttypVorhandene AusstattungKomplexitätEmpfohlene Strategie
Fernauslesung von ZählernGPRS-Modem RS-232GeringDirekter Austausch mit Frame-Test
PumpstationRTU RS-485 ModbusMittelParallele Migration und SCADA-Validierung
UmspannwerkÄltere RTU + AT-SteuerungenHochAudit der Steuerungen, Pilotprojekt, spezielles Verfahren
Abgelegener StandortGPRS mit geringer NetzabdeckungHochTest mit mehreren Netzbetreibern und externer Antenne
Neuer 3G-BestandHSDPA-Ethernet-ModemMittelGebündelte Migration zu LTE mit ZTP

Diese Matrix hilft dabei, einen einheitlichen Ansatz bei Standorten zu vermeiden, die nicht denselben Einschränkungen unterliegen.

Risikofreie parallele Migration

Bei der parallelen Migration wird das neue Gateway installiert, ohne das alte Modem sofort außer Betrieb zu nehmen. Während einer Testphase können die Daten verglichen, die Kommunikationsverbindungen getestet und die SCADA-Teams beruhigt werden.

Diese Methode verringert das Risiko eines Betriebsausfalls. Sie ist besonders nützlich für kritische oder schwer zugängliche Standorte.

Zero-Touch-Provisioning für die Massenbereitstellung

Wenn der Bestand mehrere Dutzend oder Hunderte von Modems umfasst, wird die manuelle Konfiguration zu einem Risikofaktor. Mit Zero-Touch-Provisioning lässt sich jedes Gateway anhand seiner Seriennummer, seines Standorts, seines Profils und seiner variablen Parameter vorab registrieren.

Beim Einschalten führt das Gateway folgende Schritte aus:

  • Meldet sich bei der Eziwan-Cloud an.

  • Stellt die Konfiguration wieder her.

  • Wendet seine Netzwerkparameter an.

  • Initialisiert seine Zertifikate.

  • Öffnet seinen sicheren Tunnel.

  • Erhöht seinen Status.

  • Löst die Überwachungskontrollen aus.

Dieser Ansatz reduziert Fehler vor Ort und ermöglicht es Installateuren, die keine Netzwerkspezialisten sind, die Modems nach einem standardisierten Verfahren auszutauschen.

Sicherheit: Die Schwachstellen von GPRS dürfen nicht wiederholt werden

Die Umstellung auf LTE bietet zudem die Gelegenheit, historische Schwachstellen zu beheben: unzureichend nachverfolgbare Zugriffe, gemeinsam genutzte APNs, fehlende Anwendungsverschlüsselung, schwache Passwörter, ungeschützte Schnittstellen oder Überwachung ohne Protokollierung.

Bewährte Praktiken, die es zu übernehmen gilt:

  • Verwenden Sie für sensible Datenübertragungen einen verschlüsselten VPN-Tunnel.

  • Vermeiden Sie es, Industrieanlagen direkt mit dem Internet zu verbinden.

  • Individuelle Zertifikate einrichten.

  • Verbindungen und Ereignisse protokollieren.

  • Die Datenströme zwischen SCADA, Instandhaltung und Telemetrie aufteilen.

  • Nicht benötigte Dienste deaktivieren.

  • Die Netzwerkqualität und die Zugriffsversuche überwachen.

  • Alte Zugangsrechte nach der Migration widerrufen.

  • Die neue Architektur dokumentieren.

Eine erfolgreiche Migration beschränkt sich nicht darauf, den Dienst wiederherzustellen. Sie muss die Kontrolle über die industrielle Konnektivität verbessern.

Leistung: Was sich mit 4G LTE ändert

4G LTE bietet in der Regel eine höhere Übertragungsrate und eine geringere Latenz als GPRS, doch ist Vorsicht geboten: Der tatsächliche Gewinn hängt von der Netzabdeckung, dem Netzbetreiber, der Antenne, der Netzauslastung, der industriellen Umgebung und dem Verkehrsprofil ab.

4G bietet folgende Möglichkeiten:

  • Eine häufigere Datenübermittlung.

  • Detailliertere Verlaufsdaten.

  • Eine reaktionsschnellere Überwachung.

  • Ein komfortablerer Fernzugriff.

  • Schnellere Updates oder Diagnosen.

  • Eine bessere Fähigkeit, mehrere Datenströme zu übertragen.

Es ist jedoch nicht immer notwendig, das Datenvolumen bereits bei der Migration zu erhöhen. Um Risiken zu minimieren, ist es oft besser, zunächst das bestehende GPRS-Verhalten nachzubilden und erst nach der Stabilisierung die Erfassungshäufigkeit zu optimieren.

Antennen und Empfangsqualität

Die Umstellung auf 4G kann eine Anpassung der Antenne erforderlich machen. Eine ältere GPRS-Antenne ist nicht immer optimal für die vor Ort genutzten LTE-Frequenzbänder geeignet. Zudem können Metallschränke, Industriegebäude, Geländestrukturen und elektromagnetische Störungen den Empfang beeinträchtigen.

Vorzusehende Kontrollen:

  • Frequenzkompatibilität der Antenne.

  • Bei Bedarf Aufstellung außerhalb des Schranks.

  • Länge und Qualität des Koaxialkabels.

  • Passende Anschlüsse.

  • Messung von RSRP, RSRQ, SINR und Latenz.

  • Test verschiedener Anbieter.

  • Prüfung unter realen Bedingungen, bei geschlossenem Schrank.

  • Mechanische Befestigung und Umweltschutz.

Die Funkqualität muss über einen längeren Zeitraum hinweg überwacht werden. Ein gutes Signal am Tag der Installation garantiert noch keine dauerhafte Verfügbarkeit.

Beispiel für eine Migrationskonfiguration

Eine Migrationskonfiguration muss eindeutig sein. Sie muss den Standort, das Profil, die serielle Schnittstelle, das Protokoll und die Konnektivität miteinander verknüpfen.

site:
id: station_pompage_042
criticite: haute

interface_terrain:
type: rs485
protocole: modbus_rtu
baudrate: 9600
parite: paire
stop_bits: 1
equipements:
- nom: rtu_principal
adresse_modbus: 1

connectivite:
lien_principal: lte
sim:
mode: multi_operateurs
vpn:
actif: true
type: openvpn

supervision:
scada:
mode: transparent
port: 502
alertes:
perte_lien: active
signal_degrade: active
tunnel_coupe: active

Mit dieser Art von Modell lassen sich die Standorte standardisieren, wobei die für jede Anlage spezifischen Parameter beibehalten werden.

Empfohlener Migrationsplan

Eine Migration von GPRS auf LTE sollte in mehreren Phasen erfolgen. Der Zeitplan hängt von der Größe des Netzes, der Kritikalität der Standorte, der Erreichbarkeit vor Ort und den Abschaltterminen der Betreiber ab.

SchrittZielErgebnis
Bestandsaufnahme2G- und 3G-Modems identifizierenListe der zu migrierenden Standorte
QualifizierungNach Netzbetreiber, Schnittstelle und Kritikalität klassifizierenPrioritätsmatrix
PilotprojektEinige repräsentative Standorte testenValidiertes Verfahren
VorregistrierungZuordnung von Gateways, Profilen und StandortenZTP-bereiter Bestand
Rollout Welle 1Migration einfacher StandorteErste Rückmeldungen aus der Praxis
Rollout Welle 2Kritische Standorte migrierenSCADA-Validierung
AußerbetriebnahmeAlte GPRS-Zugänge entfernenGerätepark bereinigt
BerichterstattungVerfügbarkeit und Vorfälle dokumentierenMigrationsbericht

Der Pilot ist unverzichtbar. Er ermöglicht es, versteckte Abhängigkeiten aufzudecken, bevor man die Lösung verallgemeinert.

Checkliste vor dem Austausch eines GPRS-Modems

KontrolleFragePriorität
NetzbetreiberWelches 2G- oder 3G-Netz wird derzeit genutzt?Hoch
AuslaufdatumWann ist das Auslaufdatum für dieses Netz?Hoch
SchnittstelleVerwendet das Gerät RS-232, RS-485 oder Ethernet?Hoch
ProtokollModbus, AT-Befehle oder proprietäres Protokoll?Hoch
SCADAMüssen die Ports und Adressen beibehalten werden?Hoch
AntenneIst die vorhandene Antenne LTE-kompatibel?Hoch
StromversorgungStellt der Standort kompatible 12–24 V DC zur Verfügung?Mittel
NetzabdeckungWurde 4G mit der Endantenne getestet?Hoch
SicherheitWerden die Datenströme verschlüsselt und protokolliert?Hoch
RollbackKann während des Tests auf das alte Modem zurückgegriffen werden?Hoch

Diese Checkliste verhindert improvisierte Umzüge an Standorten, an denen jeder Umzug mit hohen Kosten verbunden ist.

Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt

Auf die Unterbrechung durch den Netzbetreiber warten

Eine unter Zeitdruck durchgeführte Migration lässt wenig Zeit für die Prüfung, das Testen, die Bestellung, die Installation und die Validierung. Isolierte oder kritische Standorte müssen vorrangig behandelt werden.

3G-Geräte vergessen

Sich ausschließlich auf GPRS zu konzentrieren, kann schon bald zu einem zweiten Projekt führen. Die 3G-Modems müssen im Rahmen derselben Kampagne erfasst werden.

Das SCADA-System zu früh austauschen

Wenn das SCADA-System funktioniert, ist es oft besser, sein Verhalten während der Migration beizubehalten. Optimierungen können erst nach der Stabilisierung der LTE-Verbindung vorgenommen werden.

AT-Befehle ignorieren

Ältere Geräte sind möglicherweise auf bestimmte Modembefehle angewiesen. Ohne eine Überprüfung kann die Migration fehlschlagen, obwohl die Verkabelung und die Netzabdeckung einwandfrei sind.

Verwendung einer ungeeigneten Antenne

Eine veraltete oder falsch platzierte Antenne kann ein leistungsstarkes LTE-Gateway zu einer instabilen Verbindung machen. Die Antenne muss Teil des Projekts sein.

Die neue Verbindung nicht protokollieren

Die Modernisierung soll für mehr Transparenz sorgen: Verbindungsstatus, Signal, aktiver Betreiber, Tunnel, Ereignisse, Umschaltungen und Verfügbarkeit.

Wie Eziwan den Übergang von GPRS zu 4G LTE erleichtert

Eziwan bietet eine strukturierte Lösung zum Ersatz von GPRS-Modems, ohne dass die industrielle Infrastruktur komplett umgestaltet werden muss.

BedarfAntwort von EziwanNutzen
GPRS ersetzenIndustrielles LTE-GatewayKonnektivität langfristig sichern
Bestehende Anlagen erhaltenSerielle Schnittstellen und ModbusWeniger Änderungen an SPSen
Manuelle Konfiguration vermeidenZero-Touch-ProvisioningSchnellere Bereitstellung
Datenströme sichernVPN-Tunnel und ZertifikateGeringeres Sicherheitsrisiko
Anlagenbestand verwaltenEziwan-Cloudstandortübergreifende Überwachung
Ausfälle vorhersehenSignal- und VerbindungswarnungenProaktive Wartung
Risiken reduzierenParallele MigrationValidierung vor der Umstellung
Betrieb aufrechterhaltenÜberwachung und ProtokolleEinfachere Diagnose

Dieser Ansatz lässt sich in das Eziwan-Gateway, die Überwachung über die Eziwan-Cloud und Architekturen für die industrielle Konnektivität integrieren.

Nützliche Hinweise

Um die Zeitpläne zu bestätigen und einen Migrationsplan zu erstellen, empfiehlt es sich, die offiziellen Quellen und die aktuellen Seiten der Betreiber zu konsultieren.

  • ARCEP für den französischen Telekommunikationsrahmen und Hintergrundinformationen.

  • Orange Réseaux für die Orange-Kalender 2G und 3G.

  • SFR-Kundendienst für Informationen zur SFR-Netzwerkumstellung.

  • Bouygues Telecom wegen Ankündigungen zur Netzmodernisierung.

  • ANFR-Funkkarte zur Identifizierung der gemeldeten Funkstandorte im Umfeld eines Industriestandorts.

Diese Quellen müssen durch eine Messung vor Ort ergänzt werden, da die tatsächliche Netzabdeckung vom Standort, von der Antenne, vom Gebäude und von den Funkbedingungen abhängt.

Fazit

Die Umstellung von GPRS auf 4G LTE ist ein Projekt zur Gewährleistung der betrieblichen Kontinuität. Die noch in Betrieb befindlichen 2G- und 3G-Modems müssen inventarisiert, nach Priorität geordnet und ausgetauscht werden, bevor die Abschaltung der Netze zu Ausfällen bei der Fernablesung oder der Überwachung führt. Die beste Strategie besteht darin, das SCADA-System und die RS-485-Geräte nach Möglichkeit beizubehalten und gleichzeitig die Konnektivität, die Sicherheit und die Überwachung zu modernisieren.

Mit Eziwan lassen sich GPRS-Modems durch industrielle LTE-Gateways ersetzen, die den Anforderungen vor Ort gerecht werden: serielle Schnittstellen, Modbus, automatische Konfiguration, SIM-Karten verschiedener Anbieter, sichere Tunneln, Cloud-Überwachung und parallele Migration. Dieser Ansatz verringert das Risiko von Betriebsunterbrechungen und verwandelt eine Einschränkung seitens des Netzbetreibers in eine Chance, die industrielle Konnektivität nachhaltig zuverlässiger zu gestalten.

Weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Das könnte Sie auch interessieren