IoT-Dossier

Drahtlose M-Bus-Fernauslesung: Modi C/T/S, 250 Zähler und 4G-Sammler

Drahtlose Fernauslesung über Wireless M-Bus (Modi C, T, S): Automatische Erfassung von 250 Wasser-, Gas-, Wärme- und Stromzählern über einen 4G-Konzentrator.

Kurz gesagt
Der Wireless-M-Bus (wM-Bus, Norm EN 13757-4) ist das europäische Standard-Funkprotokoll für die Fernauslesung von Zählern Wasser, Gas, Wärme und Strom. Ein einziger Konzentrator 4G kann bis zu 250 Zähler in verschiedenen Modi C, T oder S und die Messwerte an die Cloud-Plattform zu übermitteln, um die Abrechnung und die Netzwerkverwaltung ohne Einsatz vor Ort zu ermöglichen.

Der Wireless M-Bus: Europäischer Standard für die Fernauslesung

Der M-Bus (Meter Bus) entstand in den 1990er Jahren als kabelgebundenes Protokoll für die Fernauslesung von Wärmezählern (Norm EN 1434). Der Wireless M-Bus (wM-Bus) ist dessen Funk-Erweiterung, die durch die Norm EN 13757-4 standardisiert wurde und die Ablesung von Zählern ohne Verkabelung ermöglicht. Heute ist es das vorherrschende Funkprotokoll für die Fernauslesung von Zählern in Europa, insbesondere in Deutschland, Frankreich, Polen, den Niederlanden und den nordischen Ländern.

Sein Erfolg beruht auf mehreren Faktoren:

  • Offene Standardisierung: Die vom CEN überwachte Norm EN 13757, die allen Herstellern zugänglich ist.
  • Freies 868-MHz-Frequenzband: Keine Funkgenehmigung erforderlich, große geografische Reichweite.
  • Interoperabilität: Die OMS-Schicht (Open Metering System) gewährleistet die Kompatibilität zwischen Zählern verschiedener Marken.
  • Robustheit: Deutlich bessere Durchdringung von Wänden und Kellern als bei Zigbee oder WLAN.
  • Energieeffizienz: Batterielebensdauer von 10 bis 16 Jahren.

Die wM-Bus-Kommunikationsmodi im Detail

ModusFrequenzDatenrateKommunikationTypische LebensdauerHauptanwendungsbereich
Modus T1868,95 MHz32,768 kbpsEinweg (Zähler → Sammelstelle)10–12 JahreWasser- und Wärmezähler
Modus T2868,95 MHz32,768 kbpsBidirektional8–10 JahreZähler mit Fernkonfiguration
Modus C1868,95 MHz100 kbit/sEinweg12–16 JahreWasserzähler (Norm EN 13757-4:2019)
Modus C2868,95 MHz100 kbit/sBidirektional10–14 JahreFernabschaltung, Konfiguration
Modus S1868,3 MHz32,768 kbpsUnidirektional (langsam)15+ JahreGaszähler mit geringem Verbrauch

Aufbau eines Wireless-M-Bus-Fernauslesesystems

Walk-by-/Drive-by-Architektur Ein Techniker fährt mit einem mobilen Endgerät (PDA oder Smartphone mit USB-wM-Bus-Empfänger) durch den Einsatzbereich. Die Zähler senden kontinuierlich Daten (Modus T oder C), und das Endgerät erfasst die Datenpakete. Die Daten werden anschließend mit der zentralen Plattform synchronisiert. Dieser Ansatz ist kostengünstig, erfordert jedoch regelmäßige Besuche vor Ort.

Feste Architektur (4G-Konzentrator) Stationäre Konzentratoren werden in wasserdichten Gehäusen auf dem Dach oder an der Fassade installiert. Jeder Konzentrator deckt einen Umkreis von 100 bis 300 m ab und erfasst automatisch die Daten von 50 bis 250 Zählern. Die Daten werden stündlich oder nächtlich über 4G/LTE an die Cloud-Plattform übertragen. Diese Architektur ermöglicht eine tägliche Ablesung ohne Vor-Ort-Einsatz und die schnelle Erkennung von Verbrauchsabweichungen.

Mesh-Architektur (Mesh/Repeater) In Bereichen mit erheblichen Hindernissen (Sozialwohnungsgebäude mit tiefen Kellern) können wM-Bus-Repeater installiert werden, um die Reichweite zu vergrößern. Einige Konzentratoren unterstützen zudem den bidirektionalen S-Modus, um die Zähler bei Bedarf abzufragen.

Anwendungsfall: Trinkwasserversorgung einer Stadt mit 50.000 Einwohnern

Ein Wasserversorgungsunternehmen, das 18.000 Kundenzähler verwaltet, nutzt die wM-Bus-Fernauslesung:

Vor der elektronischen Ablesung: 8 Ableser, 3 Tage Ablesung alle 6 Monate, halbjährliche Abrechnung auf Schätzungsbasis, Erkennung von Leckagen ausschließlich bei den Ablesungen.

Nach der Einführung der wM-Bus-Fernauslesung:

  • 45 4G-Konzentratoren, die das gesamte Stadtgebiet abdecken
  • Tägliche automatische Ablesung aller Zähler
  • Monatliche Abrechnung auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs ohne Schätzwerte
  • Erkennung von Leckagen bei Kunden innerhalb von 48 Stunden (ungewöhnlicher Nachtverbrauch)
  • Erkennung defekter Zähler (keine Funksignale mehr) innerhalb von 24 Stunden
  • Reduzierung des Aufwands für die Ablesung vor Ort um 70 %
  • Verbesserung des Netzwirkungsgrads um 3 % durch die schnelle Erkennung von Leckagen

Häufig gestellte Fragen

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