Warum sollte die Ablesung von Wasserzählern automatisiert werden?
Die manuelle Zählerablesung ist kostspielig, ungenau und ermöglicht keine Echtzeit-Erkennung von Leckagen. Ein Verteilungsnetz mit 10.000 Abnehmern und einer jährlichen Ablesung verursacht jedes Jahr Tausende von Arbeitsstunden vor Ort, Erfassungsfehler, Abrechnungsstreitigkeiten und unentdeckte Wasserverluste.
Die Fernablesung verändert diesen Prozess:
- Keine Anfahrt — Die Zählerstände werden automatisch erfasst.
- Abrechnung nach tatsächlichem Zählerstand — Keine Schätzungen mehr.
- Leckageerkennung — Analyse der stündlichen Verbrauchsverläufe.
- Alarme bei Anomalien — ungewöhnlicher Verbrauch, blockierter Zähler, Rückfluss.
- Wasserbilanz — Abgleich zwischen gelieferten und abgerechneten Mengen (Netzverluste).
Technologien zur Fernablesung: M-Bus, LoRaWAN, NB-IoT
M-Bus (Meter Bus)
Ein kabelgebundenes Protokoll speziell für Energie- und Wasserzähler. Ermöglicht den Anschluss von bis zu 250 Zählern über ein einziges 2-adriges Kabel mit einer Länge von 1000 m. Ideal für Zählergruppen in Technikräumen (Gebäude, Heizungsraum, Umspannwerk). Das Gateway liest die M-Bus-Zähler aus und überträgt die Daten über Modbus TCP oder MQTT.
LoRaWAN
Funk mit großer Reichweite (bis zu 15 km im freien Gelände, 2–5 km im städtischen Gebiet). Batterielebensdauer von 5 bis 10 Jahren. Ideal für über ein Gebiet verteilte Zählerparks. Ein LoRaWAN-Gateway deckt Hunderte von Zählern ab. Das LoRaWAN-Gateway verbindet sich über 4G mit der Cloud.
NB-IoT
Standardisiertes 3GPP-Mobilfunknetz mit geringem Stromverbrauch. Hervorragende Durchdringung in Gebäuden (Keller, Technikraum). Batterielebensdauer von 10 Jahren. Landesweite Abdeckung über die Netzbetreiber. Ideal für Implementierungen, bei denen keine Funkinfrastruktur aufgebaut werden muss.
Impuls (Pulse)
Die meisten älteren Zähler verfügen über einen Impulsausgang (1 Liter/Impuls). Ein an den Impulsausgang angeschlossenes Fernauslesemodul überträgt die Zählerstände über LoRaWAN oder NB-IoT. Eine kostengünstige Lösung zur Modernisierung, ohne die Zähler austauschen zu müssen.
Lecksuche: Analyse der Verbrauchsprofile
Die Stärke der Fernauslesung liegt in der Analyse der stündlichen Verbrauchsprofile:
| Uhrzeit | Normaler Verbrauch | Leckagesignal |
|---|---|---|
| 0–6 Uhr (Nacht) | Nahezu null | Nicht null (>5 l/h) |
| 7–9 Uhr (Morgen-Spitzenlast) | Hoch | Erwartetes Profil |
| 12–14 Uhr (Pause) | Mittel | Erwartetes Profil |
| 22–24 Uhr (Abend) | Abnehmend | Anormales Restverbrauch |
Es wird eine Warnmeldung ausgelöst, wenn der Nachtverbrauch einen konfigurierbaren Schwellenwert überschreitet. Die Plattform berechnet den „minimalen Nachtdurchfluss“ – einen Schlüsselindikator für das Ausmaß der Leckage im Netz.
Wasserbilanz und Netzwirkungsgrad
Anhand der Fernauslesung lässt sich der Primärertrag des Netzes berechnen:
Wirkungsgrad (%) = Verbrauchsmenge (Ablesewert) / Abgegebene Menge (Hauptzähler) × 100
Ein Wirkungsgrad von unter 80 % deutet auf erhebliche Verluste hin (Leckagen, nicht erfasste Mengen, Betrug). Die Fernablesung lokalisiert die Verlustbereiche durch den Vergleich der Bilanzen nach Sektoren.
Der Eziwan-Ansatz
Das Eziwan Gateway unterstützt nativ M-Bus (über einen RS-485-Konzentrator) und Modbus TCP (für TCP-Zähler) und kann mit einem LoRaWAN-Modul für Funkzähler ausgestattet werden. Alle Daten werden in der Eziwan Cloud zentralisiert und umfassen spezielle Dashboards für die Wasserversorgung: Verbrauchskurven, Leckagemeldungen, Wasserbilanz nach Sektoren.
Weitere Informationen: Überwachung von Pumpstationen, Modbus-Cloud und industrielle IoT-Konnektivität.